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Autorin: Brit Kreutzberger
Lesezeit: ca. 3 min.

Rittersporn – Der stolze blaue Ritter

(Delphinium)

Der Rittersporn ist der unumstrittene Star im sommerlichen Staudenbeet. Mit seinen majestätischen, kerzenförmigen Blütenständen, die bis zu zwei Meter hoch in den Himmel ragen, bringt er eine unvergleichliche Eleganz und vertikale Struktur in jeden Garten. Er symbolisiert Adel, Stolz und Harmonie – und ist die perfekte Begleitung für Rosen.

Delphinium x cultorum

Ein Blick in die Geschichte:


Der wissenschaftliche Name Delphinium leitet sich vom altgriechischen Wort für „Delfin“ ab, da die Blütenknospe dieser Meeresbewohnerin ähneln soll. Die deutsche Bezeichnung Rittersporn verdankt er dem charakteristischen, nach hinten abstehenden Sporn der Blüte, der an die Reitsporen mittelalterlicher Ritter erinnert. Schon der berühmte Staudenzüchter Karl Foerster nannte ihn den „Blauen Schatz der Gärten“ und trug maßgeblich zur großen Sortenvielfalt bei.

Herkunft: Die Gattung mit weltweit etwa 300 Arten ist hauptsächlich auf der nördlichen Halbkugel beheimatet (Holarktis).


Pflanz- und Pflegetipps für die Blütenpracht

Standort und Boden

Der Rittersporn liebt die volle Sonne, doch seine Wurzeln (Flachwurzler!) schätzt er kühl und schattig – der "heiße Kopf, kühler Fuß"-Grundsatz! Pflanzen Sie niedrige Bodendecker zu seinen Füßen, um die Basis zu beschatten. Der Boden muss humos, nährstoffreich und vor allem gut durchlässig sein (lehmig-sandig), um Staunässe, die zu Wurzelfäule führt, unbedingt zu vermeiden. Er mag leicht kalkhaltige, neutrale bis schwach saure Böden.

Wässern und Düngen

Als Starkzehrer benötigt der Rittersporn während des Austriebs und der Blüte reichlich Nährstoffe. Versorgen Sie ihn im Frühjahr mit Kompost oder Hornspänen. Während der Blütezeit ist eine zusätzliche Gabe Flüssigdünger alle zwei bis drei Wochen empfehlenswert. Achten Sie auf eine gleichmäßige Wasserversorgung; Trockenheit verträgt er nicht.

Schnitt und Nachblüte

Nach der Hauptblüte im Juni/Juli ist der Rückschnitt entscheidend: Kürzen Sie die Stängel radikal auf etwa 15 bis 20 cm über dem Boden. Bei guter Pflege (Wasser und Dünger!) belohnt Sie der Rittersporn mit einer prächtigen zweiten Blüte im Spätsommer (September/Oktober).

Delphinium 'Magic Fountain', weiß

Delphinium pacific

Delphinium x elatum 'Finsteraarhorn'

Warum eigentlich „Delphin“?

Der Name Delphinium kommt tatsächlich vom griechischen Wort „delphís“. Wenn man sich die ungeöffneten Blütenknospen einiger Arten ganz genau ansieht, erkennt man mit etwas Fantasie die Form eines kleinen Delphins. Die Deutschen waren da etwas martialischer: Der „Sporn“ an der Rückseite der Blüte erinnerte sie eher an die Reitsporen von Rittern – daher der Name Rittersporn.

Eine „blaue“ Anekdote (und ein kleiner Betrug)

Wussten Sie, dass der Rittersporn für viele Gärtner der heilige Gral ist? Das liegt an seinem echten Blau. In der Pflanzenwelt ist die Farbe Blau extrem selten (meistens ist es eher ein Violett-Stich).

Die Anekdote dazu: Früher versuchten findige Händler auf Pflanzenmärkten oft, gewöhnliche weiße oder blasse Blumen als „echte blaue Rittersporne“ zu verkaufen, indem sie die Pflanzen mit gefärbtem Wasser gossen. Doch der Rittersporn lässt sich nicht täuschen: Sein Blau ist genetisch so tief verankert, dass er als eine der wenigen Pflanzen gilt, die diese Farbe in ihrer reinsten Form – vom Himmelblau bis zum tiefen Nachtblau – ganz ohne „Tricks“ hervorbringt.

Rittersporn als „Liebes-Alarmanlage“

In der viktorianischen Blumensprache hatte der Rittersporn eine ganz besondere Bedeutung. Er stand für Leichtigkeit, Herzlichkeit und ein offenes Herz.

  • Der Clou: Wenn ein junger Mann einer Dame einen Strauß mit Rittersporn schickte, galt das als Zeichen einer sehr tiefen, ernsthaften Bindung.
  • Aber Vorsicht: Da die Pflanze in allen Teilen giftig ist, sagte man scherzhaft, dass sie auch als Warnung dient: „Ich liebe dich zwar abgöttisch, aber reiz mich lieber nicht!“

Wichtige Hinweise:


  • Stützen: Hohe Sorten (Elatum- und Pacific-Hybriden) benötigen an windigen Standorten unbedingt eine Staudenstütze, da die hohlen Stiele leicht knicken.
  • Achtung Giftig: Alle Pflanzenteile sind giftig und können Hautreizungen hervorrufen. Tragen Sie beim Schneiden sicherheitshalber Handschuhe.
  • Schädlinge: Schützen Sie die jungen Austriebe im Frühjahr durch Schneckenkorn oder Schneckenzäune, da sie bei Schnecken sehr beliebt sind.
  • Delphinium


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