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Autorin: Brit Kreutzberger
Lesezeit: ca. 4 min.

Hyazinthe – Die duftende Frühlingsbotin mit tiefgründiger Symbolik

(Hyacinthus)

Hyazinthen sind wahre Blütenwunder mit Kultstatus und blicken auf eine faszinierende Geschichte zurück. In der Antike verehrt, entstand die Blume der Legende nach aus dem Blut des Prinzen Hyakinthos – ein Symbol für Schönheit, Trauer und Wiedergeburt.

Auch heute noch bezaubert die Hyazinthe mit ihrer Schönheit und ihrem intensiven, zarten Duft, der den Frühling unmissverständlich ankündigt und die Pflanze bereits im 18. Jahrhundert in adligen Kreisen beliebt machte.

Ein Fest für die Sinne und botanische Besonderheiten!

Hyacinthus

Die Hyazinthe gehört zur Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae) und bildet eine robuste Zwiebel aus. Die dicht besetzten, traubenförmigen Blütenrispen erreichen eine Höhe von bis zu 30 cm. Sie sind in einer beeindruckenden Farbpalette erhältlich: von klassischem Himmelblau, Violett und Rosa bis hin zu selteneren Züchtungen in Apricot oder Gelb. Die Vielfalt der Formen und Farben macht sie zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Frühjahrsbepflanzung.

Herkunft und Geschichte: Vom Orient in die Tulpenmanie

Die Stammform (Hyacinthus orientalis) stammt ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum. Um 1560 wurde die Zwiebelblume nach Europa, primär in die Niederlande, eingeführt und erlebte im 17. und 18. Jahrhundert eine große Blütezeit – die „Hyazinthen-Ära“. Die Zwiebeln wurden, ähnlich wie während der Tulpenmanie, zeitweise mit Gold aufgewogen und waren ein begehrtes Symbol für Luxus. Dank intensiver Züchtungsarbeit, insbesondere in Holland, entstand die große Sortenvielfalt, die wir heute kennen.

Wichtiger Hinweis: Die Giftigkeit der Pflanze

Trotz ihrer Schönheit und ihres Duftes ist zu beachten, dass alle Teile der Hyazinthe, insbesondere die Zwiebeln, leicht giftig sind. Sie enthalten Oxalsäure und Alkaloide. Kontakt mit dem Pflanzensaft, beispielsweise beim Schneiden oder Pflanzen, kann bei empfindlichen Personen zu Hautreizungen führen. Bei der Arbeit mit Hyazinthen empfiehlt es sich daher, Handschuhe zu tragen.

Pflanz- und Pflegetipps für Ihren Gartenerfolg

Hyazinthen gehören zu den beliebtesten und wohlriechendsten Frühlingsblühern in unseren Gärten. Mit ihren dichten, farbenfrohen Blütenkerzen bringen sie nicht nur visuelle Akzente, sondern auch einen betörenden Duft ins Beet oder auf den Balkon. Damit Sie sich jedes Jahr an dieser Pracht erfreuen können, sind einige grundlegende Pflanz- und Pflegetipps zu beachten.

Hyacinthus orientalis 'Jan Bos'

1. Der richtige Standort

Hyazinthen bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Platz. Volle Sonne fördert eine kräftigere Blüte, während Halbschatten die Blütezeit etwas verlängern kann. Wichtig ist, dass die Erde während der Wachstumszeit im Frühjahr feucht, aber gut drainiert ist, um Staunässe unbedingt zu vermeiden, da diese der größte Feind der Zwiebel ist und schnell zu Fäulnis führt.

Blumenzwiebeln einpflanzen

2. Pflanzzeit im Freiland

  • Wann? Die beste Pflanzzeit ist der Herbst (September bis November). Die Zwiebeln benötigen die kalten Wintermonate als natürlichen Kältereiz (Vernalisation), um im Frühjahr zuverlässig und üppig blühen zu können.
  • Wie tief? Setzen Sie die Zwiebeln etwa doppelt so tief in den Boden, wie sie breit sind (bei 5 cm Durchmesser ca. 10 cm tief). Der Pflanzabstand sollte 10 bis 15 cm betragen, um den Pflanzen genügend Raum zu geben.
  • Boden: Ein nährstoffreicher, lockerer und wasserdurchlässiger Boden ist essenziell. Schwere Lehmböden sollten Sie idealerweise mit Sand oder feinem Kies auflockern, um eine bessere Drainage zu gewährleisten. Eine leichte Düngergabe mit Knochenmehl oder einem Zwiebelblumen-Dünger kann das Anwachsen im Herbst unterstützen.

Ostern - Frühblüher mit Deko

3. Pflege nach der Blüte

  • Schneiden: Entfernen Sie die verwelkten Blütenstängel zeitnah. Dadurch verhindert man, dass die Pflanze unnötig Energie in die Samenbildung investiert.
  • Laub: Lassen Sie die Blätter unbedingt stehen! Sie sind die „Solarpaneele“ der Pflanze und versorgen die Zwiebel durch Photosynthese mit lebenswichtigen Nährstoffen für die Blütenbildung im nächsten Jahr. Das Laub darf erst entfernt werden, wenn es vollständig vergilbt und abgestorben ist.

Gärtner-Tipp: Mehrjährige Kultur und Überwinterung Hyazinthen können mehrere Jahre im Boden bleiben, besonders in Regionen mit milden Wintern. Sie sollten jedoch stets vor anhaltender Winternässe geschützt werden. Für besonders kräftige Blüten im Folgejahr oder in sehr feuchten Wintern können Sie die Zwiebeln nach dem vollständigen Einziehen des Laubes (etwa im Juni) ausgraben, von Erde befreien und den Sommer über trocken, kühl und gut belüftet lagern. Das schützt sie vor Fäulnis und Krankheiten.


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